Gäste aus Malaysia mit Goaßlschnalzen in Hirnstetten begrüßt

Gruppenfoto
Die Gäste aus Malaysia stellten sich für ein Erinnerungsfoto in Hirnstetten auf.


Hirnstetten (lu) Ein Hauch von Fernost weht seit ein paar Tagen in der Gaststätte Schneiderwirt in Hirnstetten. Dort wo Kesselfleisch, Schlachtschüssel und andere bayerische Schmankerln den Gästen von nah und fern seit langer Zeit den Mund wässrig machen, sind seit Dienstag Lammbraten, Puten- und Hähnchenschinken, Entenbrust, Brathering, Barschfilet und Käse die Renner auf einer eigens angefertigten Menükarte.

Anlass für diese beachtliche Neuorientierung in Sachen Gästeverköstigung ist keinesfalls die sattsam bekannte BSE-Gefahr, sondern sind elf junge Männer aus dem fernen Malaysia, die seit Anfang dieser Woche in Hirnstetten untergebracht und geradezu begeistert davon sind, wie schnell sich Wirtin Barbara Schneider auf die Essgewohnheiten der gläubigen Moslems eingestellt hat. Nur die Aussicht ab Montag nächster Woche "daheim" im westfälischen Arnsberg wieder Selbstversorger sein zu müssen, trübt die Freude.

Dort, im Hochsauerland, sind die Männer aus dem fernen Inselstaat seit Oktober vergangenen Jahres "stationiert". Betreut werden sie von der Handelskammer Arnsberg, und möglich gemacht hat ihren Aufenthalt in Deutschland die Carl-Duisberg Gesellschaft, eine Stiftung, die eng mit der Bundesregierung zusammenarbeitet und deren spezielle Aufgabe es ist, weltweit Bildungskontakte aufzunehmen und zu gestalten.

Dass die Männer aus dem Fernen Osten, von Beruf Fachlehrer an staalichen Schulen sowie Polizei- und Militärfachschulen ausgerechnet in Arnsberg "gelandet" sind, hat seinen Grund in der Tatsache, dass diese Stadt das größte Kfz-Ausbildungszentrum Europas beherbergt. Die Männer, die in ihre Heimat zurückgekehrt - als Multiplikatoren wirken werden, werden dort in das spezielle Fachgebiet "neueste Elektronik auf dem Kfz" eingewiesen. Dass sie dieses Wissen dann in ihrer Heimat bestens verwerten werden, davon ist Werner Köster, Fachbereichsleiter Kfz-Technik bei der Handwerkskammer in Arnsberg, der die Gruppe betreut, voll überzeugt.

Geradezu kindlich haben sich die Gäste darüber gefreut, dass ihnen zwei Hirnstettener Buben mit ihrem Goaßlschnalzen einen Willkommensgruß besonderer Art entgegenbrachten. Gerne hätten sie auch noch mehr über bayerisches Brauchtum erfahren, wenn sie nur etwas mehr Zeit hätten. Aber ihr Exkursionskalender ist prall gefüllt. Nach dem Besuch des Bosch-Testzentrums in Bocksberg und der Zulieferfirma Würth in Kunzelsau sowie der Firma Evo-Bus in Ulm standen Besichtigungen von MAN in München, Siemens und BMW in Regensburg und gestern, Freitag, bei Audi in Ingolstadt auf dem Frogramm - lediglich unterbrochen durch den Besuch einer Moschee in Ingolstadt, wo das Freitagsgebet verrichtet wurde. Mit einer Stadtbesichtigung von München findet am heutigen Samstag der Bayern-Trip der Malaysier seinen Abschluss. Neben den Eindrücken in den besichtigten Großbetrieben wird den Männern aus dem Fernen Osten freilich das beschauliche Hirnstetten in bester Erinnerung bleiben.


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